KLARA VON ASSISI
frei gewählte Armut
Klara di Offreduccio lebte ausschließlich in Assisi (Italien). Sie entstammte einer angesehenen Adels- familie und verfügte über eine gute Bildung.
Schon als junge Frau versuchte sie einen alter- nativen Lebensstil, gegen damalig gängige Vor- stellungen.
Mit 18 Jahren begegnete sie Franziskus von Assisi, dessen radikale Lebensform sie beeindruckte. 1212 floh sie nachts aus ihrem Elternhaus zu Franziskus und seinen Brüdern. Die Familie wollte sie mit Gewalt zurückholen, was ihr nicht gelang.
Der Bischof von Assisi überließ Klara und einigen Frauen die kleine Kirche San Damiano unterhalb der Stadt. Dort teilten die Frauen Leben und Glauben in äußerster Armut und geschwister- lichem Umgang. Es gab keine Standesschranken, kein „Oben und Unten“, alle waren Schwestern, unabhängig, ob jung oder alt, alle waren Schwestern, unabhängig von Alter oder Stand.
Über Jahre lebten die Frauen ohne Klausur, ohne Ämter und sonstige kirchenrechtliche Vorgaben als „mindere Schwestern“. Wichtig war Klara, dass sie in frei gewählter Armut ein Leben in der Nachfolge Jesu leben konnten.
Klara und ihre Schwestern lebten nicht als welt- fremde, verborgene, stille Beterinnen in San Damiano. Menschen kamen zu ihnen, um Rat, Hilfe und Heil zu erbitten.
Klara pflegte eine innige geistliche Beziehung zur Königstochter Agnes von Prag, mit der sie im brieflichen Kontakt stand.
Ein Leben lang kämpfte sie um die Anerkennung ihrer eigenen Ordensregel für ihre Gemeinschaft.
Dieser Wunsch erfüllte sich einen Tag vor ihrem Tod.
Sr. Pernela Schirmer
Sr. Martina Schmidt