Syowia Kyambi beim Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler im Erzbistum Bamberg
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Hauptabteilung Kunst und Kultur
 
 
Syowia Kyambi_Kaspale's Archive Intrusion The Vortex III_2019
 
© Syowia Kyambi
 
Syowia Kyambi beim Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler im Erzbistum Bamberg
 

Kunst im Zwischen-Raum: Zwischen Kulturen, Identitäten und Glauben

Mit einem Vespergottesdienst im Bamberger Dom begeht Erzbischof Herwig Gössl am 18. Februar gemeinsam mit Kunstschaffenden und Kunstinteressierten den traditionellen Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler. Mit der Feier und der Austeilung des Aschekreuzes beginnt im Erzbistum Bamberg die Fastenzeit.

Der Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler versteht sich als Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen Kirche und zeitgenössischer Kunst. Gastkünstlerin des diesjährigen Aschermittwochsgesprächs ist die kenianisch-deutsche Künstlerin Syowia Kyambi. Sie ist derzeit Spitzenprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und untersucht in ihren Installationen und Performances, wie Geschichte in Körpern, Materialien, Handlungen, Sprache und Räumen weiterwirkt. Unter dem Thema „Identität und Wandel. Wer bin ich – wer sind wir? Erinnerung und Selbstbilder“ gibt sie in einem Impulsvortrag Einblick in ihr künstlerisches Schaffen.

Im Podiumsgespräch mit Erzbischof Herwig Gössl geht es um Fragen von Identität, Verantwortung für das kulturelle Erbe und darum, wie Kunst dazu beitragen kann, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Wo finden wir Zwischenräume, Zwischen-Sprache und Zwischentöne, die verbinden? Wo finden wir Wurzeln und Zukunft? Wie können wir uns verwandeln?

Der Aschermittwoch der Künstler ist eine nach 1945 von Paul Claudel in Paris begründete Tradition, die in Deutschland um 1950 von Köln aus ihren Anfang nahm. Die Erzdiözese Bamberg lädt dazu jährlich Kunstschaffende aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Theater, Film, Literatur, Musik und Medien sowie alle Kunstinteressierten zu Gottesdienst, Kunstimpuls, Gesprächen und Fastenimbiss ein. Die Veranstaltung wird von der Hauptabteilung Kunst und Kultur des Erzbistums Bamberg in Kooperation mit der Caritas-Pirckheimer-Akademie Nürnberg organisiert.

„Kunst kann unseren Blick auf die Wirklichkeit und auf uns selbst verändern. Sie kann die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität – als Individuum, als Kirche und als Gesellschaft – vertiefen. Deshalb ist es immer wieder spannend, zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler zum Dialog mit der Kirche einzuladen“, so Birgit Kastner, Leiterin der Hauptabteilung Kunst und Kultur.

Das DiözesanMuseum Bamberg nimmt den Aschermittwoch zum Anlass, in der Fastenzeit und bis nach Ostern Werke von Syowia Kyambi in einer Einraumausstellung zu präsentieren (19. Februar bis 14. April 2026). Die Gelegenheit zur Vorbesichtigung der Ausstellung besteht am Mittwoch zwischen 14:30 und 16:00 Uhr vor dem Gottesdienst zum Aschermittwoch der Künstler.

Termin: 18. Februar 2026
Ab 14:30 Uhr: Vorbesichtigung der Ausstellung im Diözesanmuseum Bamberg (Zugang über den Dom).
16:00 Uhr: Vespergottesdienst mit Austeilung des Aschekreuzes im Bamberger Dom
17:30 Uhr: Kunstimpuls, Podiumsgespräch und Fastenimbiss in den Haas-Sälen

Anmeldung zum Veranstaltungsteil ab 17:30 Uhr bis 15. Februar erforderlich:
kunstundkultur@erzbistum-bamberg.de

 
 
» Flyer Aschermittwoch der Künstlerinnen und Künstler im Erzbistum Bamberg
 
 
Syowia Kyambi_Portrait_Photo Credit_Marlon Hall_Venice_2022
 
© Marlon Hall
SYOWIA KYAMBI / BIOGRAPHIE
 

Prof. Syowia Kyambi (*1979) ist seit November 2023 im Rahmen des Spitzenprofessuren-Programms des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst Gastprofessorin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.

Dort konzipierte und realisierte sie das fortlaufende pädagogisch-ökologische Projekt Interlocutory Agency. Zuvor war sie Leiterin des Masterstudiengangs Fine Arts am Transart Institute, Liverpool John Moores University. Zudem ist sie Mitbegründerin von Untethered Magic, einem prozessorientierten internationalen Residenzprogramm mit Sitz in Ongata Rongai (Kenia), das sich auf Autonomie, Wissensaustausch und Nachhaltigkeit konzentriert. In Zusammenarbeit mit dem Nairobi Contemporary Art Institute entwickelte sie außerdem das Mentoring-Programm UJUZI, ein alternatives Lernprogramm für zeitgenössische ostafrikanische bildende Künstlerinnen und Künstler.

Kyambi vertrat Kenia 2022 gemeinsam mit weiteren Positionen auf der Internationalen Kunstausstellung der Biennale di Venezia. Zu ihren weiteren bedeutenden Projekten zählt die dauerhafte Auftragsarbeit Infinity: Flashes of the Past im Nairobi National Museum (2007/2008). Sie erhielt unter anderem das Fellowship des Centre for Art Design & Social Research (2018–2020), das Fellowship der UniArts Helsinki (2018) sowie das Smithsonian Artist Research Fellowship (2017). Darüber hinaus nahm sie am Miracle Marathon der Serpentine Galleries (2016) teil und erhielt 2013 den Art in Global Health Grant des Wellcome Trust Fund (Großbritannien). Zu den wichtigen Residenzprogrammen zählen INHABIT am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt (2022), PRAKSIS in Oslo (2019), die Delfina Foundation in London (2016) sowie IASPIS in Stockholm (2013). Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter das Kouvola Art Museum (Finnland), das Nationalmuseum von Mali, die Sindika Dokolo Foundation und das Nairobi Contemporary Art Institute.

Kyambi initiiert und pflegt aktiv Netzwerke und Austauschformate zur Unterstützung forschungs- und prozessorientierter künstlerischer Praktiken. Als Mentorin, Künstlerin und Kuratorin mit über fünfzehn Jahren Erfahrung gilt ihr besonderes Interesse der Praxis des „Raumhaltens“ – sowohl innerhalb ihrer eigenen Arbeit als auch in ihren Mentoring-Tätigkeiten. Ihr Werk richtet den Blick auf das Vermittelnde zwischen den Stimmen, auf das Unausgesprochene zwischen den Worten sowie auf ambikulturelle Methoden verdeckter Macht und Autonomie. In ihren Arbeiten befragt Kyambi die politischen Konstellationen unserer Gegenwart und deren langfristige Nachwirkungen:

Was wird erinnert, was archiviert – und wie können wir die Welt neu sehen?